Woolpower Funktionsunterwäsche

Es gibt für einen Jäger doch nichts schöneres wie einen Mondlichtansitz in kalter Winternacht oder einen Platz auf einem offenen Drückjagdstand im herbstlich gefärbten Wald bei feuchtkaltem Nieselregen …

… wenn da die Kälte nicht wäre, die sich langsam aber sicher in die Knochen schleicht. Auf dem Weg zum Stand kommt man leicht ins Schwitzen, der Rucksack hängt schwer im Rücken, der Gewehrriemen scheuert an der Schulter, die Unterwäsche wird nass. Am Sitz angekommen erst mal ausschnaufen, ausdampfen. Und keine 30 Minuten später wird aus dem feuchten Schwitzen klammes Frieren, wer kennt das nicht?

Ich habe lange Jahre mit diversen Funktionsunterwäschen experimentiert, angefangen von der Bundeswehrunterhose (hat immerhin 30 Jahre gehalten) bis hin zu Skiunterhosen von Odlo und anderen. Mal war es zu warm, mal zu kalt, mal zu feucht. Irgendwann habe ich mich dann mal auf Empfehlung aus einem Jagdforum an die Wollunterwäsche von Woolpower getraut – ich muss dazu sagen, dass ich auf Wolle auf der Haut leicht allergisch reagiere, es kratzt, beisst und juckt und ich kriege bem Tragen eine Gänsehaut. Aber Wolle hat einen unschlagbaren Vorteil gegenüber anderen Materialien: sie wärmt auch in feuchtem Zustand!

Thermowäsche im Zwiebelprinzip

Es macht keinen Sinn, möglichst dicke Unterkleidung zu tragen und damit dem Michelinmännchen Konkurrenz zu machen – „Zwiebelprinzip“ heisst das Zauberwort für Wohlfühlen bei jeder Temperatur. Woolpower gibt es in verschiedenen Wollgewichten – angefangen vom sogenannten Liner über 200g, 400g, 600g bis hin zu 800g, alle miteinander kombinierbar. Da ich wie erwähnt auf direkten Wollkontakt allergisch reagiere, trage ich als unterste Schicht direkt auf der Haut eine Funktionsunterwäsche aus Kunstfaser, die die Feuchtigkeit schnell abtransportiert.

Und wie sieht das in der Praxis aus?

Ich habe mir Socken und Kniestrümpfe in allen Stärken gekauft – Liner, 200, 400er und 600er. Dazu ein 200er One-Suit (ein Strampelanzug, der durchaus für Heiterkeit sorgt), eine 400er Long John (neudeutsch für lange Unterhose) und eine 400er Langjacke. Je nach Wetterlage trage ich die Unterwäsche einzeln – als unterste Lage stets die Funktionsunterwäsche, darüber dann Woolpower. Im schlimmsten Fall – den habe ich allerdings noch nicht im Livebetrieb getestet – 200er + 400er + 400er….

Für Kopf und Gesicht habe ich mir die sogenannte Balaclava angeschafft und bin wirklich begeistert – bei anderen Materialien wird es durch die feuchte Atemluft immer kälter, nicht so bei diesem Modell, denn wie gesagt, Wolle wärmt auch in feuchtem Zustand.

Bislang komme ich gut mit der 200er sowie mit 200+400 aus – ich habe also noch Luft nach oben, d.h. für die kalten Mondnächte im Februar sind noch Reserven vorhanden. Durch die Kombination übereinander liegender Kleidungsstücke ist man bei besserer Wärmeleistung nicht so sehr eingeschränkt in der Bewegung wie bei monsterdicker Fleecekleidung – die Schichten „rutschen“ aufeinander.

Wer sich intensiver über das Wirkprinzip, die verwendeten Materialien und die Marke Woolpower informieren möchte, findet viel Wissenswertes unter diesem Link: www.woolpower.de

Vorteile
  • sehr guter Tragekomfort
  • pflegeleicht
  • beliebig kombinierbar für jede Temperatur
Nachteile
  • Wolle verträgt nicht jeder auf der Haut
  • nicht ganz billig

Fex Ott, November 2012

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