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Jacken für Hundeführer

Im Gegensatz zu den Sauenschutzhosen spielt bei den Nachsuchenjacken die Schutzfunktion gegen Sauen im praktischen Einsatz eigentlich keine Rolle. Es reicht aus, wenn das Material unempfindlich und undurchlässig gegen Dornen ist. Wasserfestigkeit spielt unserer Erfahrung nach keine große Rolle, den früher oder später wird man in allen Jacken nass, sei es von außen oder von innen…

Auch bei den Jacken gibt es verschiedene Systeme, neben der einfachen Aussenhaut mit Taschen wie der Soonwald gibt es auch noch Produkte mit einem komplizierterem Innenleben wie z.B. die Pfanner oder die AX.

Alle oben genannten Jacken kommen bei uns zum Einsatz, je nach Wetterlage und Gelände entscheiden wir uns für das entsprechende Modell. Alle haben ihre Stärken und Schwächen die wir im folgenden ein wenig beleuchten wollen.

Nachsuchenjacke Soonwald Plus

Der Markt bietet für Hundeführer und Nachsuchenführer mittlerweile eine große Auswahl an spezieller Bekleidung. Pfanner, Hart, AX und Soonwald sind dabei die wohl bekanntesten Marken.

Nach vielen Versuchen mit den verschiedenen Jacken bin ich letztlich – wie auch meine Kollegen der Nachsuchenstation Schwäbischer Wald und des Nachsuchenringes Heckengäu – bei dem von Kerstin Aff unter dem Produktnamen Soonwald hergestellten Modell geblieben. Der Grund ist recht einfach – diese Jacke hat einfach alles, was man benötigt und zudem bietet der Hersteller die Möglichkeit, eigene Features einzubringen.

Der Stoff ist aus extrem reissfestem Material, äussert robust und haltbar gegen Dornen und fast nicht kaputt zu kriegen – davon zeugen die Jacken, die seit vielen Jahren bei uns im Einsatz sind. Die Soonwald Plus ist sommers wie winters einsetzbar und hat einfach alles, was man benötigt. Bei heissen Temperaturen reicht ein T-Shirt oder besser noch ein Funktionsunterhemd, im Winter kann man den Komfort mit dem Zwiebelprinzip aus Funktionsunterwäsche und Fleece in diversen Stärken den aktuellen Temperaturen anpassen. Somit sind die Jacken das ganze Jahr nutzbar -ein klarer Vorteil gegenüber dickeren Jacken wie Pfanner oder AX!

An dieser Stelle beantworte ich gerne die immer wieder gestellte Frage nach der Dichtigkeit – ja, die Jacke ist dicht von innen nach aussen wie auch umgekehrt – zumindest eine Zeitlang, bis dann die eine oder andere Dorne ihren Weg durch den Stoff gefunden hat. Das hat aber in der Praxis keinerlei Bedeutung – selbst wenn von aussen keine Feuchtigkeit eindringt, von innen wird man, wie bei allen Jacken, in jedem Falle nass.

Ein gern von uns genutztes Feature ist die Möglichkeit, sich neben der Konfektionsgröße auch die Anzahl, Art und Position der Taschen individuell anpassen zu lassen. Für unsere Zwecke haben sich zwei Gerätetaschen für Garmin und Funk, zwei Brusttaschen mit Öse für Fährtenband, zwei Seitentaschen für Handschuhe, eine Tasche fürs Verbandset sowie eine große Rückentasche als zweckmässig herausgestellt. Ausserdem haben die Jacken einen fest eingenähten Schlüsselring, um den Autoschlüssel sicher zu befestigen, ein herausnehmbares Patronenetui und eine – wenn auch zugegeben sehr kleine – Handytasche.
Wir haben sowohl die Vorder- wie auch die Rückentasche mit einem Reissverschluss ausstatten lassen. Ein kleines, aber effektives Detail ist auch die Lasche für die lange Antenne des Garmin-Handgerätes – sie verhindert, dass einem das Ding immer in den unpassendsten Momenten vor Augen und Nase gerät. Der hohe und dicht schliessende Kragen und die Ärmelabschlüsse halten Nässe und Fichtennadeln ab. Dennoch ist es ratsam, den Nacken noch zusätzlich durch ein Nackenschild, wie es z.B. der sehr empfehlenswerte Nachsuchenhelm Protos von Pfanner hat, zu schützen.

Jede Jacke bekommt übrigens vom Hersteller eine individuelle, in der Tasche eingestempelte Seriennummer – so ist es auch nach Jahren noch möglich, exakt dieselbe Jacke nachzubestellen. Die neuen Modelle (rechts im Bild) sind übrigens aus extrem gut sichtbaren Leuchtrot gefertigt.

Pfanner Nachsuchenjacke

Die Pfanner gilt als „Mutter“ aller Nachsuchenjacken – sie war wohl die erste Jacke dieser Art und kleidet heute noch in Kombination mit der dazu passenden Hose unzählige Hunde- und Nachsuchenführer. Die Passform und die Ausstattung mit Reissverschlusstaschen ist gut, die zusätzliche Rückentasche sorgt für genügend Stauraum. Die Brusttaschen verfügen über kleine Öffnungen, durch die das Fährtenband immer griffbereit zu Verfügung steht. Der Stoff ist etwas rauh und kratzig und hält die Wärme relativ gut, was im Winter von Vorteil, im Sommer von Nachteil ist, trotz der Entlüftungsschlitze unter den Armen. Dafür ist er aber extrem reißfest und schützt effektiv vor Dornen und allen anderen widrigen Umwelteinflüssen. Die Schulterpartie ist zusätzlich wasserdicht verstärkt. Verschmutzungen lassen sich auch durch Waschen kaum entfernen. Insgesamt ist die Jacke etwas steif, dafür aber sehr stabil, schützt gut gegen Dornen und ist nahezu unverwüstlich.

 

AX Nachsuchenjacke

Für mich die am angenehmsten zu tragende Nachsuchenjacke. Hervorragende Passform, vergleichbar mit einem elastischen Anorak. Die Anordnung und die Ausstattung der Reissverschlusstaschen ist optimal, die Verstärkungen an den am meisten beanspruchten Stellen sehr gut. Wasserdicht beschichtetes Material im Brust-, Rücken- und Schulterbereich, mit Verstärkungen im Ellenbogenbereich. Sehr angenehm ist auch der hohe Kragen. Besonders vorteilhaft sind die auf den Vorderärmel angebrachten Reissverschlusstaschen, die in meinem Falle Ersatzpatronen aufnehmen. Die Brusttaschen haben eine Facheinteilung für Ortungsgeräte, Ersatzbatterien und Durchzug-Ösen für das Fährtenband. Eine weitere wasserdichte Tasche befindet sich auf dem Oberarm, eine große Tasche mit Reissverschluss auf dem Rücken. An den Seiten sind oppelte Taschen im Bauchbereich, Eingriff von oben und der Seite möglich, mit Durchzug-Ösen für Markierband und zwei Innentaschen mit Reißverschluß. Eine innenliegende Ärmelstulpe mit Daumendurchgriff ist ein weiteres schönes Detail. Die Lüftungsschlitze an Ärmeln und Rücken erhöhen den Tragekomfort besonders an heissen Tagen, man darf sich da aber nicht täuschen lassen – in dieser Jacke wird es, wie bei der Pfanner, wirklich sehr warm.

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